Chronik von Höbing

(Groß- und Kleinhöbing)

Orte mit der Nachsilbe "ing" sind Zeugen bajuwarischer Besiedelung. Man findet sie in unserem Landkreis Roth entlang der Schwarzach und Thalach. Zeitlich dürfte die Besiedelung in das 6. Jahrhundert n. CH. fallen da der Beginn der baierischen Landnahme zu Beginnt des 6. Jahrhunderts erfolgte. In dieser Zeit dürfte auch Höbing entstanden sein.

Die erste Beurkundung des Ortes Höbing stammt aus dem Jahre 1119. Bischof Ulrich II. von Eichstätt verleiht dem Domkapitel Besitzungen in Hebingen. 1129 wird bei der Gründung des Klosters Plankstetten ein Herebert de Hebingen unter den Edefreien als Zeuge erwähnt. Im Schenkungsbuch der Probstei Berchtesgarden werden außer ihm seine Geschwister Karl, Ebo, der Kleriker Reglo und Elisabeth erwähnt; denn im Jahre 1130 gibt Karl von Hebing Güter in Höbing, Feinschluck, Esselberg, Ottersdorf (wahrschcinlich Großnottersdorf) und Fiegenstall an das Kloster Berchtesgarden. In der Folgezeit unterhält das Kloster Berchtesgarden eine Probstei in Mönchshöbing (Kleinhöbing).

1179 wird von einem Streit um die Kapelle in Mönchshöbing zwischen dem Edlen von Höbing (wahrscheinlich Großhöbing), dem Kloster Berchtesgarden und dem Bischof bzw. Domkapitel von Eichstätt berichtet. Papst Eugen III. befiehlt dem Domkapitel die Probstei bauen zu lassen. Dies geschieht 1157.

Schon 1179 befindet sich die Kirche St. Johannes in Großhöbing im Besitz des Eichstätter Domkapitels. Papst Alexander III. bestätigt dies. Über den Bau der Kirche, der viel früher erfolgte, ist nichts Näheres bekannt.

Das Kloster Berchtesgarden verkauft 1411 seinen Besitz in Hebingen (Mönchshöbing) an das Kloster Kastl. Papst Martin V. genehmigt 1418 den Verkauf wegen Verschuldung des Klosters Berchtesgarden. Der Kaufpreis betrug 4000 Goldgulden. Aber schon 1457 veräußert das Kloster Kastl Dorf, Sitz und Schloß Mönchshöbing an das Eichstätter Domkapitel.

1480 wurde die Urpfarrei Großhöbing von einem Pfarrer und einem Kooperator betreut. Als Filialen sind aufgeführt: Esselberg, Morsbach, Mantlach und Nottersdorf.

Im Bauernkrieg 1525 beteiligten sich auch die Bauer aus Höbing. Sie kämpften im Mässinger Haufen. Nach der Niederwerfung des Aufstandes wurden die Rädelsführer enthauptet und den Dörfern harte Strafen auferlegt. Kleinhöbing mußte z.B. 62 Gulden bezahlen.

1602 war Großhöbing ein domkapitelsches Dorf, dessen Richter im Schloß zu Kleinhöbing wohnte. Die Kapelle in Kleinhöbing befand sich zu jener Zeit In einem kläglichen Zustand. Bald darauf scheint eine Restaurierung stattgefunden zuhaben.

Die Menschen jener Zeit wurden öfter von Seuchen heimgesucht. So wütete 1613 und 1634 die Pest. 1621 wird von einer Typhusepedemie berichtet. Die Eintragungen in den Matrikelbüchern der Pfarrei beurkunden das Aussterben ganzer Familien.

Weithin sichtbar leuchtet vom Großhöbinger Kirchturm die Jahreszahl 1618. Sie erinnert an die Aufstockung des Turmes. Bezahlt wurde diese Baumaßnahme von den Gemeinden Großhöbing, Schutzendorf und Kleinhöbing, den Kirchenstiftungen und dem Eichstätter Domkapitel.

Im Dreißigjährigen Krieg brennen und morden sowohl kaiserliche als auch schwedische Soldaten in Höbing. So flüchteten 1632, 1646 und 1647 viele Bewohner des Ortes nach Greding. In diese Zeit fällt auch die Zerstörung der Kapelle St. Nikolaus auf dem Burschl (Burgstal, auf dem östlichen Teil des Auer Berges gelegen).

1657 weist der Generalvikar von Eichstätt für einen Schulmeister in Großhöbing bezüge an, 1715 entläßt das Domkapitel den Mesner und den Schulmeister gegen den Einspruch des Generalvikars.

Um 1700 wird die Kapelle in Günzenhofen gebaut. 1721 wird der Dachreiter der Kapelle in Kleinhöhing neu errichtet. Nach Plänen von Gabriel de Gabrieli wird 1718 das barocke Pfarrhaus in Großhöhing erstellt. 1766 wird östlich der Pfarrkirche (heute hohe Friedhofsmauer ) das Mesner- und Schulhaus errichtet.

Bis zum Jahre 1796 gehörten Groß- und Kleinhöbing zum Domkapitel Eichstätt. Nach Juristikationsstreitigkeiten (kirchliche Streitigkeiten) besetzten Ansbach-Brandenburgische Truppen Kleinhöbing.

Da Höbing immer zum Fürstbistum Eichstätt gehörte fand hier kein Religionswechsel statt. In den letzten Jahrhunderten kauften evangelische Bauern mit. Hilfe des Gustav-Adolf-Vereines vakante Höfe in Kleinhöbing auf. Auf diese Weise wurde der Ort Kleinhöbing fast vollständig evangelisch. Erst nach dem 2.Weltkrieg siedelten sich wieder einige katholische Familien an.

1806 gehen bei der Neuordnung Deutschlands durch Napoleon die Eichstätter (Größhöbing) und Ansbachischen (Kleinhöbing) Gebiete in den Besitz des neu geschaffenen Königreiches Bayern über

Günzenhofen und Wildbad werden 1810 aus der Pfarrei Greding aus- und nach Großhöbing eingepfarrt.

Da das Schul- und Mesnerhaus den Anforderungen der Zeit nicht nicht entsprach, bauten 1888 die Gemeinden Großhöbing und Schutzendorf einen neuen Schulsaal an der Westseite des Friedhofes. Die evangelischen Kinder aus Kleinhöbing besuchten die 3,5 KM entfernte Schule in Aue.

Kleinhöhing war zu Beginn des 20. Jahrhunderts fast vollständig evangelisch. Die Kapelle St. Peter und Paul gehörte aber der Kirchenstiftung Großhöbing. Das Interesse des Pfarramtes Großhöbing an der Erhaltung des Kirchleins wurde immer geringer. Die gottesdienstlichen Handlungen und Bittgänge hörten ganz auf, so daß die Kapelle in baulicher Hinsieht für die baupflichtige Kirchenstiflung Großhöbing eine Last war. So wurde diese 1925 für 3,5 Tagwerk Wiesen und 0.5 Tagwerk Acker dem Heißenhof überlassen mit der Auflage, den Chor und den Dachreiter abzureißen. Die Einrichtung des Kirchleins wurde 1927 der neuen katholischen Kirche in Thalmässing gegeben.

Das Kriegsende 1945 ging ohne großen Schaden an beiden Orten vorüber, lediglich die Autobahnbrücke wurde gesprengt.

Nach dem Krieg fanden viele Heimatvertriebene in beiden Orten Aufnahme. Die meisten von ihnen sind inzwischen wieder verzogen.

1962/63 wurde in Großhöhing das neue zweiklassige Schulhaus gebaut. 1969 wurde der Schulverband Großhöbing / Schutzendorf aufgelöst und in den Schulverband Obemässing eingegliedert. Der alte Schulsaal am Friedhof wurde 1974 abgerissen und an seine Stelle das Leichenhaus errichtet.

1969 wurde auch die Volksschule in Aue aufgelöst. Die Kleinhöbinger Kinder besuchen seitdem die Schule in Thalmässing.

1971 verließ der H.H. Herr Pfarrer Laber die Pfarrei Großhöhbing. Die Pfarrstelle wurde wegen Priestermangel nicht mehr besetzt. Der farrer von Untermässing betreut seither die Pfarrei mit.

Im Zuge der Gebietsreform ließen sich 1971 Großhöbing nach Greding und Kleinhöbing nach Thalmässing eingemeinden. 1993 wurden in Großhöbing Straßennamen eingeführt: Alte Dorfstraße, Bahnstraße, Schulweg, Pfarrweg, Antoniweg und Wiesenweg. In einhöbing gelten ach wie vor die alten Hausnummern.

Die künftige ICE- Trasse Nürnberg- Ingolstadt- München führt durch die Gemarkungen von Groß- und Kleinhöbing. Die Deutsche Bahn AG hat die dafür notwendigen Grundstücke bereits erworben. Im Frühjahr 1999 wurde mit dem Bau des Tunnels in Günzenhofen begonnen.

Zwischen Großhöbing und Günzenhofen und zwischen Großhöbing und Untermässing finden archäologische Grabungen statt. Es wurden vorgeschichtliche Siedlungen (vor allein zwischen Großhöbing und Untermässing) größeren Ausmaßes entdeckt. Der sogenannte ,,Höbi" (guterhaltenes Skelett) ist im Museum in Greding zu besichtigen.

Der Ortsteil Grobhöbing zählt zur Zeit (1999) 172 Einwohner, Günzenhofen 35 Einwohner und Kleinhöbing 119 Einvohner.

Diese Chronik wurde aus der Festschrift der Freiwilligen Feuerwehr Höbing zum 125 jährigen Gründungsfest entnommen.